Ein Motor kann bei gleicher mechanischer Aufgabe thermisch sehr unterschiedlich belastet werden. Deshalb reicht die Angabe „10 kW“ ohne Lastdauer, Pausen und Anlaufhäufigkeit nicht aus.

S1 – Dauerbetrieb

Der Motor läuft mit konstanter Last so lange, dass sich ein thermischer Beharrungszustand einstellt. S1 ist die typische Angabe für dauerhaft laufende Pumpen, Lüfter oder Produktionsanlagen.

S2 – Kurzzeitbetrieb

Die Betriebszeit ist kürzer als die zum thermischen Beharrungszustand benötigte Zeit. Anschließend folgt eine ausreichend lange stromlose Pause, in der der Motor wieder auf Umgebungs- oder Kühlmitteltemperatur abkühlt. Die Zeit wird angegeben, beispielsweise S2 30 min.

S3 – Aussetzbetrieb

Identische Zyklen aus Betrieb mit konstanter Last und stromloser Pause wiederholen sich. Der Anlauf beeinflusst die Erwärmung definitionsgemäß nicht wesentlich. Die Einschaltdauer wird prozentual angegeben.

Beispiel: S3 25 % bei einem 10-Minuten-Zyklus bedeutet 2,5 Minuten Betrieb und 7,5 Minuten Pause.
BetriebsartLastverlaufErforderliche Zusatzangabe
S1Dauerhaft bis zum thermischen GleichgewichtKeine Zeitangabe
S2Einmaliger Kurzzeitbetrieb mit vollständiger AbkühlungBetriebsdauer in Minuten
S3Wiederholte Last-/Pausen-ZyklenEinschaltdauer in Prozent

Warum die Angabe wichtig ist

Eine kleinere Einschaltdauer kann thermische Reserven eröffnen, ersetzt aber keine Prüfung von Drehmoment, Strom, Kommutierung, Startvorgängen und mechanischer Belastbarkeit.

Die Betriebsarten sind in IEC 60034-1 beschrieben. Der ABB Motor Guide erläutert S1 bis S3 mit Lastdiagrammen und empfohlenen Zeitangaben.

IEC 60034-1 · ABB Motor Guide

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