Ein Motor kann bei gleicher mechanischer Aufgabe thermisch sehr unterschiedlich belastet werden. Deshalb reicht die Angabe „10 kW“ ohne Lastdauer, Pausen und Anlaufhäufigkeit nicht aus.
S1 – Dauerbetrieb
Der Motor läuft mit konstanter Last so lange, dass sich ein thermischer Beharrungszustand einstellt. S1 ist die typische Angabe für dauerhaft laufende Pumpen, Lüfter oder Produktionsanlagen.
S2 – Kurzzeitbetrieb
Die Betriebszeit ist kürzer als die zum thermischen Beharrungszustand benötigte Zeit. Anschließend folgt eine ausreichend lange stromlose Pause, in der der Motor wieder auf Umgebungs- oder Kühlmitteltemperatur abkühlt. Die Zeit wird angegeben, beispielsweise S2 30 min.
S3 – Aussetzbetrieb
Identische Zyklen aus Betrieb mit konstanter Last und stromloser Pause wiederholen sich. Der Anlauf beeinflusst die Erwärmung definitionsgemäß nicht wesentlich. Die Einschaltdauer wird prozentual angegeben.
| Betriebsart | Lastverlauf | Erforderliche Zusatzangabe |
|---|---|---|
| S1 | Dauerhaft bis zum thermischen Gleichgewicht | Keine Zeitangabe |
| S2 | Einmaliger Kurzzeitbetrieb mit vollständiger Abkühlung | Betriebsdauer in Minuten |
| S3 | Wiederholte Last-/Pausen-Zyklen | Einschaltdauer in Prozent |
Warum die Angabe wichtig ist
Eine kleinere Einschaltdauer kann thermische Reserven eröffnen, ersetzt aber keine Prüfung von Drehmoment, Strom, Kommutierung, Startvorgängen und mechanischer Belastbarkeit.
Die Betriebsarten sind in IEC 60034-1 beschrieben. Der ABB Motor Guide erläutert S1 bis S3 mit Lastdiagrammen und empfohlenen Zeitangaben.
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