Beide Bauweisen erzeugen Drehmoment aus dem Zusammenspiel von Strom und Magnetfeld. Der Unterschied liegt darin, wie der Strom in die rotierenden Wicklungen gelangt beziehungsweise wie das Drehfeld erzeugt wird. Welcher Magnetwerkstoff dabei üblicherweise zum Einsatz kommt, vergleicht der Artikel Neodym vs. Samarium-Kobalt.

Aufbau und Funktionsprinzip

MerkmalBürstenmotorBürstenloser Motor
MagneteIm Gehäuse (Stator), Anker rotiert innenAuf dem Rotor, Wicklungen im Stator
StromübertragungMechanisch über Kohlebürsten und KommutatorElektronisch, ohne Schleifkontakt
AnsteuerungDirekt an Gleichspannung betreibbarElektronische Kommutierung erforderlich
VerschleißteileKohlebürsten, KommutatorKeine mechanischen Kontakte im Antrieb

Wirkungsgrad, Wartung und Robustheit

Der bürstenlose Motor arbeitet ohne mechanischen Schleifkontakt und erreicht dadurch in der Regel einen höheren Wirkungsgrad bei geringerem Wartungsaufwand, da keine Kohlebürsten verschleißen oder Kommutatoren gereinigt werden müssen. Der Bürstenmotor benötigt dafür keine elektronische Kommutierung und lässt sich direkt an Gleichspannung betreiben, was Regelung und Ersatz vereinfacht. Die für die elektronische Kommutierung nötige Rotorlage liefern beim bürstenlosen Motor meist Hallsensoren oder ein Resolver – mehr dazu im Artikel Tachogenerator, Drehzahlgeber, Resolver und Hallsensor im Vergleich. In der Praxis zeigt sich außerdem: Bürstenmotoren bieten eine hohe Überlastfähigkeit und laufen auch nach langen Stillstandszeiten zuverlässig an – eine Eigenschaft, die etwa bei Schalt- und Antriebsaufgaben in der Energieverteilung geschätzt wird.

Zu beachten: Der Bürstenabrieb erzeugt Kohlestaub und punktuelle Funkenbildung am Kommutator. Für Reinräume, Vakuum- oder optische Anwendungen ist ein bürstenloser Motor deshalb in der Regel die geeignetere Wahl.

Wann eignet sich welcher Motortyp?

Bürstenmotoren sind seit Jahrzehnten bewährt für robuste Industrieantriebe mit hohem Anlaufmoment und gelegentlich seltenem, aber zuverlässigem Einsatz – etwa in Bahntechnik, Schifffahrt, Kompressoren und Baumaschinen. Bürstenlose Motoren spielen ihre Stärken bei hohem Wirkungsgrad, langer Lebensdauer ohne Wartungseingriff und in staub- oder funkenkritischer Umgebung aus. JoMo entwickelt und fertigt kundenspezifische Bürstenmotoren – individuell abgestimmt auf Last, Betriebsart und Einbausituation Ihrer Anwendung.

Welche Angaben helfen bei der Entscheidung?

  • Betriebsart und Einschaltdauer
  • Umgebungsbedingungen (Staub, Feuchte, Reinraum, Temperatur)
  • Anforderungen an Wartungsintervalle und Zugänglichkeit
  • Regel- und Anlaufverhalten der Anwendung
  • Vorhandene Ansteuerung beziehungsweise Regelelektronik

Häufige Fragen

Was ist der grundlegende Unterschied zwischen Bürstenmotor und bürstenlosem Motor?

Beim Bürstenmotor sitzen die Permanentmagnete im Gehäuse und der Anker rotiert im Inneren; Kohlebürsten übertragen den Strom mechanisch auf den Kommutator. Beim bürstenlosen Motor sitzen die Magnete auf dem Rotor, die Wicklungen im Stator, und die Kommutierung erfolgt elektronisch ohne Schleifkontakt.

Welcher Motortyp benötigt weniger Wartung?

Der bürstenlose Motor, da keine Kohlebürsten verschleißen. Beim Bürstenmotor gehört die Prüfung von Bürsten und Kommutator zur regelmäßigen Wartung.

Warum werden in der Industrie weiterhin Bürstenmotoren eingesetzt?

Bürstenmotoren bieten eine hohe Überlastfähigkeit und arbeiten auch nach langen Stillstandszeiten zuverlässig – wichtige Eigenschaften etwa bei Schalt- und Antriebsaufgaben in Bahntechnik, Schifffahrt oder Baumaschinen.

Wann spricht mehr für einen bürstenlosen Motor?

Wenn hoher Wirkungsgrad, geringer Wartungsaufwand oder eine staub- und funkenfreie Umgebung – etwa in Reinräumen oder bei optischen Anwendungen – im Vordergrund stehen.

Quellen (Auswahl): konstruktionspraxis.vogel.de, industrieanzeiger.industrie.de.

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